Warum Zeit der grösste Verbündete beim Vermögensaufbau für Kinder ist – und wie versteckte Kosten über Jahrzehnte fast eine Million Euro vernichten können.
Klingt vielleicht etwas provokativ, aber genau darüber sollten sich Eltern einmal Gedanken machen. Wenn euer Kind geboren wird, hat es etwas, das beim Vermögensaufbau unglaublich wertvoll ist: Zeit. Sehr viel Zeit. Und genau diese Zeit ist einer der grössten Faktoren, wenn es darum geht, langfristig Vermögen aufzubauen.
Viele Eltern möchten ihren Kindern später etwas mitgeben. Vielleicht für die Ausbildung, für die erste Wohnung oder einfach als finanzielle Sicherheit im Leben. Deshalb wird gespart und Geld zur Seite gelegt. Doch die entscheidende Frage ist nicht nur, wie viel ihr für euer Kind zurücklegt. Die entscheidende Frage ist, wo und wie dieses Geld investiert wird.
Denn über Jahrzehnte kann ein kleiner Unterschied bei den Kosten einen riesigen Unterschied beim Endergebnis machen.
Ein einfaches Beispiel
Ich möchte euch das einmal anhand eines einfachen Beispiels zeigen. Stellen wir uns vor, ihr eröffnet für euer Kind direkt nach der Geburt ein Depot und investiert jeden Monat 100 Euro in einen breit gestreuten Welt-ETF. Wir nehmen an, dieser erzielt langfristig durchschnittlich 7 % Rendite pro Jahr. Ihr macht das konsequent über 60 Jahre.
Das Ergebnis: Euer Kind hätte mit 60 Jahren ungefähr 1,2 Millionen Euro aufgebaut.
Und das mit einer monatlichen Einzahlung von gerade einmal 100 Euro.
Der Grund dafür ist der Zinseszinseffekt. Nicht die Höhe der Einzahlung ist entscheidend, sondern vor allem die Zeit, in der das Geld wachsen kann.
Was passiert, wenn die Kosten hoch sind?
Jetzt kommt aber der Punkt, den viele unterschätzen: die Kosten.
Was passiert, wenn ihr euer Geld nicht in eine kostengünstige Lösung investiert, sondern in ein Produkt mit hohen Gebühren? Zum Beispiel in einen aktiv gemanagten Fonds oder eine Anlage, bei der jedes Jahr mehrere Prozent Kosten anfallen.
Nehmen wir unser Beispiel nochmals. Wieder investiert ihr 100 Euro pro Monat über 60 Jahre. Der Unterschied ist nur, dass jetzt 3,5 % jährliche Kosten anfallen. Aus den angenommenen 7 % Rendite bleiben nach Kosten ungefähr 3,5 % übrig.
Das Ergebnis sieht plötzlich ganz anders aus: Euer Kind hätte mit 60 Jahren nicht rund 1,2 Millionen Euro, sondern nur noch ungefähr 245.000 Euro.
Der Unterschied beträgt fast 950.000 Euro.
Fast eine Million Euro, die nicht fehlen, weil ihr zu wenig gespart habt. Nicht, weil ihr die falsche Einzahlung gemacht habt. Sondern einfach, weil die Kosten über Jahrzehnte einen grossen Teil der Rendite aufgefressen haben.
Kosten sind entscheidend
Genau deshalb sind Kosten bei langfristigen Investitionen so entscheidend. Viele Menschen schauen nur darauf, welche Rendite ein Produkt verspricht. Doch was am Ende wirklich zählt, ist das, was nach allen Kosten tatsächlich übrig bleibt.
Gerade wenn ihr für eure Kinder investiert, habt ihr einen riesigen Vorteil: Ihr habt Zeit auf eurer Seite. Aber diese Zeit sollte auch richtig genutzt werden.
Mein Appell an euch
Schaut nicht nur darauf, dass ihr für eure Kinder investiert. Schaut darauf, wie ihr investiert. Hinterfragt die Kosten, versteht das Produkt und stellt sicher, dass möglichst viel von der Rendite auch wirklich bei eurem Kind ankommt.
Denn ihr schenkt eurem Kind nicht nur Geld. Ihr schenkt ihm einen finanziellen Vorsprung, der über Jahrzehnte einen gewaltigen Unterschied machen kann.
Die finanzielle Zukunft eurer Kinder beginnt nicht erst irgendwann später. Sie beginnt mit den Entscheidungen, die ihr heute trefft.
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